Historische Artillerie

Alte Geschütze sind kunsthistorische Objekte, handwerkliche Produkte, Kulturgüter und eine umfassende Informationsquelle unserer Geschichte für die letzten 700 Jahre in vielen Bereichen. Sie umfassen Bergbau, Sozialgeschichte, Wirtschaft, Technologie, Chemie, Gesellschaft, Organisation des Staates, politische Geschichte, Kriegsgeschichte und vieles mehr. Knapp die Hälfte der vorhandenen Geschütze befindet sich in einem der zahlreichen europäischen Museen. In den letzten 100 Jahren haben diese weniger als fünf wissenschaftlich fundierte Kataloge ihrer Artilleriesammlungen publiziert. Nur in Südafrika besteht Dank privater Initiative eine nationale Registratur dieser "Kulturgüter".

Trotz des Informationswertes und Bedeutung historischer Geschütze, ist kein erkennbarer Beitrag in Schulen und Universitäten eingeflossen. Historische Artillerie ist ein komplexer Fachbereich der auch an keiner Hochschule vermittelt wird. Die komplette Erfassung eines Geschützes erfordert detaillierte Objektkenntnisse, handwerkliches Geschick, zweckmäßige Messinstrumente und akademische Erfahrung um eine zuverlässige Sicherheitsdokumentation zu erreichen. Das Ergebnis muss präzise und im Detail überprüfbar ausfallen. Es ist Voraussetzung für die Informationsgrundlage des technischen Objektes.    

Die Sicherheitsdokumentation

besteht aus eine Kopie der Aufnahmeskizze mit allen Massen und Photos für eine optimale Objektinformation. Es ist die wichtigste Beilage zum Inventarblatt für Objektstudien, Betreuung der Sammlung und Grundlage zur Kommunikation.

Das technische Profil

ist ein umfassendes Informationsblatt über das Geschütz. Es besteht aus einer schematische Skizze des Geschütztyps und den Dimensionen eines spezifischen Geschützes mit Bildern und Erklärungen der Markierungen. Das Profil ist die technische Identitätskarte des Geschützes, der Schlüssel für akademische Recherchen und für die Kompatibilität mit zeitgenössischen Quellen. Es dient in unveränderter Form als Antwort auf Anfragen und anderen Informationszwecke.    

Die Zeichnung

besteht aus zwei Kopien der Größe A3. Eine Kopie ist mit den Schlüsseldimensionen des Geschützes versehen. Die Darstellungen umfassen eine maßstabgetreue und ästhetische Ansicht von der rechten Seite, von oben, von vorne und von hinten. Die zeitgenössische Geschützidentifikation ist im Titel der Zeichnung enthalten. Im untern Teil der Zeichnung separat das Geschützwappen und Name des Herstellers soweit vorhanden. Die Zeichnung ist ein optimales Kommunikationsmittel ohne Hindernisse von Sprache oder Fachkenntnissen. Sie dient als Illustration und attraktives Bild, als Anleitung für den Modellbauer oder als Einnahmequelle des Museumsshop.

Der Kommentar

ist eine zusätzliche Erklärung zum Objekt mit historischen Bezugspunkten und Quellenangaben soweit vorhanden. Sie kann sich je nach Geschütz auf wenige Sätze beschränken, ein ganzes A4 Blatt füllen oder auf Wunsch umfassend recherchiert bis zu einer Katalogbeschreibung erweitert werden. Kombiniert mit der Sicherheitsdokumentation ist es die maximal erreichbare Informationsmenge des Geschützes bis zum Nachbau einer Replik in originaler Größe.

Andere Dienstleistungen:  

Diese erstrecken sich je nach Wunsch und Bedürfnis des Auftraggebers auf alle Aspekte einer Artillerie-Sammlung wie: Inventar, Administration, Forschung, Katalog, Geschützlafetten, Artillerie-Ausrüstung, Historische Artilleriemunition, Artillerie-Ausstellungen, usw.

Ausführung:

Die Erfassung einer Artilleriesammlung ist je nach Größe und Umständen ein langwieriges und komplexes Projekt. Grosse Flexibilität und ein Aufteilen der Arbeit in einzelne Projektetappen garantiert jederzeit eine Übersicht der Fortschritte, optimale Qualität und Kostenkontrolle. Der notwendige Zeitaufwand ergibt sich aus dem Umfang des Projektes. Ein Anhaltspunkt ist die Anzahl der mittleren bis größeren Eisengeschütze und der reicher verzierten Bronzegeschützen. Die Einschätzungen des Aufwandes beziehen sich auf unbekannte Geschütze mit sauberem Lauf die horizontal liegen und von allen Seiten zugänglich sind. Für bekannte Geschütztypen entfallen neue Aufnahme- und Profilskizzen. Die Aufnahme und Zeichnung von kleineren und einfacheren Geschützen erfordert meist weniger, stark dekorierte oder modifizierte Geschütze mehr Zeitaufwand.

Die Kosten:

Die Projektkosten ergeben sich aus dem Umfang und entsprechendem Zeitaufwand des Auftrages. Dieser Zeitaufwand ist in Arbeitsstunden festgelegt und kann sich auf einige Monate beschränken oder über mehrere Jahre hinweg verteilt werden. Kern der Kostenrechnung ist immer der einzelne Erfassungsbesuch. Diese Kosten bestehen aus Vergütung der Arbeit gemäß Auftrag, die Rückerstattung der Besuchs-Unkosten und die direkten Arbeitsmaterial-Unkosten des Besuches. Die Kosten von Zeichnungen können gemäß Vereinbarung auf einen reduzierten Einheitspreis festgelegt werden. Die notwendigen Instrumente zur Erfassung der Geschütze und andere Mittel zur Projektarbeit sind bereits vorhanden und müssen nicht beschafft werden.

Projekt-Vorbereitungen:

Der Auftraggeber bestimmt die Ziele und Umfang des Auftrages. Die Etappen des Projektes werden in gegenseitiger Absprache festgelegt um eine transparente und optimale Durchführung zu ermöglichen. Die vor Projektbeginn getroffene, schriftliche Vereinbarung definiert die Details des Auftrages, einen Zeitplan der Durchführung und alle Details der finanziellen Modalitäten. Wichtige Vorbereitungen für den Auftraggeber vor jedem Aufnahmebesuch ist die Bereitstellung von sauberen Geschützen in horizontaler Lage die frei zugänglich sind. In jeder Sammlung verstecken sich kulturhistorische und technische Schätze von oft großer Bedeutung die auf ihre Entdeckung warten. Sie ermöglichen Zusammenhänge, Erkenntnisse und Rekonstruktionen die es Wert sind aufgezeigt zu werden. Artillerie-Sammlung und Museum sollen dieser Gesellschaft nicht nur Kosten verursachen sondern sie auch bereichern. Die Möglichkeit, die Mittel und die Erfahrung sind gegenwärtig vorhanden. Jetzt besteht die Gelegenheit sie auch zu nutzen. Die Öffentlichkeit der Gegenwart und der Zukunft werden dafür dankbar sein.

Zu meiner Person

  • Erstellen einer Sicherheitsdokumentation von über 1200 Geschützen seit dem Jahre 1984.

  • Publikationen und wissenschaftliche Arbeiten, siehe Home Page (Publikationen).

  • Gründungsmitglied  der englischen Ordnance Society, Mitglieder Sekretär der Jahre 1987-1996

  • Gründungsmitglied der 'Royal Arsenal Museum Advisory Group' (1990-1996) für ein Museums-Projekt auf dem Areal des ehemaligen Royal Arsenal von Woolwich.

  • Studium an der Universität East Anglia in den Jahren 1990-1993 (frühe, moderne europäische Geschichte)

  • Fachliche Beratung der nationalen Geschütz Registratur in Südafrika seit dem Jahre 1996.

Rudi Roth

1. September 2009

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